Donnerstag, 2. Februar 2017

Rezension: The Great Gatsby

The Great Gatsby

Titel: The Great Gatsby
Autor: F. Scott Fitzgerald
Erscheinungsdatum: 10.04.1925




Inhalt
Als Nick Carraway in den 1920er Jahren nach New York zieht, kommt er in den Genuss euner außergewöhnlichen Nachbarschaft: Auf seinem prunkvollen Anwesen feiert der berühmt berüchtigte Jay Gatsby, um den sich die wildesten Gerüchte ranken, ausgelassene Partys. Nick taucht immer weiter in diese Welt ein, bis er schließlich einen Blick auf das Geschehen hinter dem Glanz werfen kann und auf die unumstößliche Wahrheit des Zeitgeschehens trifft...


Meinung
Den Film mit Leonardo DiCaprio fand ich ja schon große Klasse und bisher hatte ich auch einzelne Textstücke aus dem Buch gelesen, die mir sehr gefallen haben. Jetzt wollte ich aber selbst verstehen, was dieses Buch so besonders macht.
Normalerweise lese ich nicht selten englische Bücher und habe daher auch kaum Probleme. Ich vergesse irgendwann, dass ein Buch überhaupt in einer anderen Sprache verfasst wurde und die Sprache macht für mich dann keinen Unterschied mehr.
"The Great Gatsby" war dagegen eine etwas größere Herausforderung. Fitzgerald hat einen außergewöhnlichen Schreibstil, der unverkennbar ist.
Seine Wortwahl, die geradezu extravagant ist, lässt viel Freiraum für eigene Interpretationen und Gefühle. Mit wenigen Worten lässt er uns teilhaben an dem Geschehen, führt uns etwas vor Augen ohne es direkt zu nennen, deutet den wirklichen Sinn dahinter  nur an...Und bringt uns Leser so zum nachdenken.
Ich war verzaubert von dem einzigartigen Stil, der durch Metaphern geprägt ist, der dem Ganzen eine geheimnisvolle Note gibt und voller Verheißung steckt.

Das Buch hat relativ wenig Seiten und zählt zu den dünneren Büchern. Aber trotzdem habe ich dafür länger zum lesen gebraucht, als für einen dicken Roman. Denn jedes einzelne Wort ist unsagbar bedeutend.
Auf den ersten Blick ein unscheinbares Buch, das aber so gewaltig ist.

Nick Carraway erzählt die Geschichte aus seiner Sicht und seine Beschreibung in dem Buch über sich selbst, ist auch in dem Schreibstil wiederzufinden:
Gleichzeitig draußen und drinnen. Mal mitten im Geschehen und dann wieder mit einer ausholenden objektiven Sichtweise betrachtet.


     “I was within and without, simultaneously enchanted and repelled by the inexhaustible variety of life.”  

Ich war hin und her gerissen zwischen dem was ich glauben sollte.
Das Buch steckt so voller Gegensätze und erst mit der Zeit lernt man zu verstehen, hinter die Scheinwelt, dem Oberflächlichen zu blicken.
Carraways Gefühle beeinflussen den Leser dabei stark. Denn auch er wird erst von dem scheinbaren Glanz der Welt der Reichen getäuscht. Die großen Partys von Gatsby, deren wahren Grund niemand kennt, stehen dabei im Mittelpunkt.


“And I like large parties. They’re so intimate. At small parties there isn’t any privacy.”  

Gatsby erscheint in dieser trostlosen Welt, die mich manchmal regelrecht niedergeschlagen hat vor lauter Egoismus und Oberflächlichkeit, als Held, dessen Charakter als einziger nicht verdorben ist. Anders, wie es anfangs scheint.
Er verkörpert die pure Hoffnung und Leidenschaft, die rettungslose Liebe.

Auf solch facettenreiche Charaktere treffe ich selten und sie geben mir das Gefühl,  niemals die menschlichen Entscheidungen und Persönlichkeiten vollkommen nachvollziehen zu können, die mich auf der einen Seite so enttäuscht haben, mich desillusioniert zurück ließen.
Und trotzdem. Trotzdem hat mir Fitzgerald durch den hoffnungsvollen Träumer Gatsby Etwas Unbezahlbares geschenkt.

Fazit
"The Great Gatsby" ist ein wahres Kunstwerk, dass den Zeitgeist der goldenen 20er aufzeigt und zur selben Zeit nicht aktueller sein könnte.
F.Scott Fitzgerald ist grandios. Ich war fasziniert, verliebt, verzaubert und habe zur selben Zeit getrauert. Sein Schreibstil ist unglaublich, die Geschichte atemberaubend.
So viele Gegensätze vereint in einem Buch, das gleichzeitig zerstörerisch und belebend ist.
So viel Drama, dass den Menschen von allen Seiten widerspiegelt.
"The Great Gatsby" gehört nicht ohne Grund zu den Schätzen der Weltliteratur.


     “So we beat on, boats against the current, borne back ceaselessly into the past.”  

Eure Samira 🌟