Samstag, 30. Dezember 2017

Rezension: Das Glück an Regentagen


Das Glück an Regentagen

Titel: Das Glück an Regentagen                             
Autor: Marissa Stapley
Seiten: 304 Seiten 
Erscheinungsdatum: 27.10.2017




Inhalt
Mae's Welt scheint zu zerbrechen. Es stellt sich heraus, dass ihr Verlobter ein Betrüger ist, der ihr nur eine große Lüge vorgespielt hat. Mae zieht es daraufhin zurück zu ihren Großeltern in ihre Heimatstadt Alexandria Bay, in der sie nicht nur ihre erste Liebe Gabe, sondern auch ihre Eltern verloren hat. Doch dort enthüllt ihre demente Großmutter Geheimnisse, die alles in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen...

Meinung
Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich mich an diese Rezension setzen konnte.
Normalerweise lese ich ein Buch innerhalb kurzer Zeit, doch ich hatte anfangs meine Schwierigkeiten beim Lesen.
Mehrmals habe ich "Das Glück an Regentagen" begonnen, doch ich habe einfach nicht reingefunden und die ersten Kapitel waren für mich sehr mühevoll.
Die Autorin wirft einen direkt in das Geschehen und ich musste mir erstmal die Situation von der Protagonistin Mae zusammenreimen.
Mit der Zeit konnte ich mir langsam ein Bild der Handlung machen und es wurde immer interessanter.
Besonders gut haben mir die Kapitelanfänge gefallen:
Jedes Kapitel fängt mit einer Idee an, was man an einem verregneten Tag machen könnte.
Es waren für mich kleine Highlights, die auch wundervoll zu dem schönen Cover und Titel passen.

Leider hat mich der Schreibstil der Autorin nicht wirklich angesprochen, wobei man betonen muss, dass dies wirklich nur eine Geschmacksfrage ist.
Dadurch habe ich jedoch nie einen richtigen Bezug zu den Charakteren gefunden und war eher distanzierter Zuschauer einer Geschichte, auf die ich mich nicht vollständig einlassen konnte.
Unter anderem hat mich gestört, dass gefühlt jeder zweite Satz in einer anderen Zeit formuliert wurde, als könnte sich Marissa Stapley nicht ganz entscheiden, ob sie in Gegenwarts- oder Vergangenheitsform schreiben soll.
Es hat mich die meiste Zeit einfach nicht packen können und mir hat etwas die Spannung gefehlt.
Trotzdem habe ich - auch gerne - weitergelesen, weil ich doch wissen wollte, wie die jeweiligen Personen mit ihrer Lebenssituation und den Herausforderungen umgehen, die sich ihnen stellte.

Ich habe Respekt davor, wie die Autorin sich auch mit sehr ernsten und schwierigen Themen befasst, die in unserer Gesellschaft leider nicht selten auftreten. Einfühlsam und überzeugend beschreibt sie bis zum Schluss, wie wir lieber die Augen vor der Wahrheit verschließen und uns wegdrehen, anstatt uns der Realität zu stellen. Nachdenklich werden die Konsequenzen reflektiert, die eine solche Haltung auslöst.


Fazit
"Das Glück an Regentagen" erzählt von einer Familie, von Verrat und von Vergebung.
Es zeigt, dass uns die Vergangenheit auffressen kann, wenn wir zu sehr in ihr leben.
Es zeigt, dass wir nach vorne schauen müssen.
Dass man Opfer bringen muss, um geliebte Menschen nicht zu verletzen.
Es ist eine sanfte Geschichte, die sich auch an komplexe Themen heranwagt.
Eine passende Lektüre für verregnete Tage :)



Ich danke dem Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar. 

Eure Samira 🌟