Donnerstag, 29. September 2016

So wüst und schön sah ich noch keinen Tag

So wüst und schön sah ich noch keinen Tag


Titel: So wüst und schön sah ich noch keinen Tag
Autor: Elizabeth LaBan
Seiten: 288
Verlag: Hanser Verlag
Erscheinungsdatum: 01.02.2016

Klappentext:

Im renommierten Irving-College ist es Tradition, seinem Zimmer-Nachfolger eine Überraschung zu hinterlassen. Duncan findet besprochene CDs seines Vorgängers Tim, die eine traurige Liebesgeschichte offenbaren. Tim, der als Albino meist zum Opfer von Anfeindungen und Mobbing wird, verliebt sich darin in die begehrenswerte Vanessa. Mit ihr fühlt er sich das erste Mal nicht als Außenseiter. Trotzdem fehlt ihm der Mut, ihr seine Gefühle zu gestehen. Ein Mangel an Selbstbewusstsein, der zum tragischen Unglück führt. Für Duncan ist Tims Geschichte aber der Anstoß, endlich den entscheidenden Schritt in Richtung Liebe zu tun. Ein mitreißendes Debüt über das Erwachsenwerden, verbotene Liebe und Verlust.

Das Buch sieht toll aus und erinnert mich an "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", weil es vom gleichen Verlag ist.
Von Anfang an hat mich schon das Cover und besonders der Titel angesprochen.
Anfangs war es etwas schwer für mich in das Buch reinzufinden, weil ich mich an den Schreibstil der Autorin noch gewöhnen musste, doch mit der Zeit habe ich ihn zu lieben gelernt. Das Buch spielt abwechselnd in der Gegenwart und Vergangenheit und es werden parallel zwei Geschichten erzählt, die aber miteinander verwoben sind.
Der Protagonist der Gegenwart heißt Duncan, der Hauptcharakter der Vergangenheit Tim Macbeth... Und schon erkennt man eine Gemeinsamkeit, Shakespeare Fans aufgepasst: Beide Namen tauchen in der Tragödie Macbeth auf. Auch der Titel ist ein Zitat aus Macbeth.
Tragödien spielen generell im Buch eine große Rolle und man kann eigentlich sagen, dass der Roman an sich eine Tragödie ist,verpackt mit den dafür speziellen Begriffen. Genaueres verrate ich dazu nicht, ich möchte ja nicht schon alles vorweg nehmen ;)
Tim ist ein Albino und man erfährt viel aus seiner Sichtweise, was sehr interessant ist, da ich davor mit dem Thema kaum in Berührung gekommen bin.
Die Sprache der Autorin und ihre Art zu schreiben sind wundervoll,denn dadurch lässt sie Bilder entstehen, die so ausgeprägt und intensiv sind, dass sie noch lange nachdem man das Buch zugeklappt hat, im Gedächtnis bleiben. Diese Fähigkeit, solche Bilder bei mir hervorzurufen, besitzen nicht viele Autoren und deshalb ist diese Autorin etwas ganz Besonderes.
Eine Mischung aus "Dein eines,wildes, kostbares Leben" und "Der Club der toten Dichter".
Das Buch ist originell, unterhaltsam, traurig und Mut machend zugleich.
Aber perfekt ist es nicht, überhaupt nicht. Es gibt Bücher die ich perfekt finde und auch liebe aber dadurch hat sich das Buch von den Anderen so herausgehoben:
Durch seine Andersartigkeit.
Eine perfekte Unperfektheit.
Und gerade deshalb passt der Titel auch so gut (Die Bedeutung wird auch kurz im Buch erklärt). Gleichzeitig ist es toll und doch voller Macken, wodurch es gerade erst auffällt. Und deshalb meine Meinung:
So wüst und schön sah ich noch kein Buch.

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