Mittwoch, 25. Oktober 2017

Rezension: Ich treffe dich zwischen den Zeilen

Ich treffe dich zwischen den Zeilen

Titel: Ich treffe dich zwischen den Zeilen
Autor: Stephanie Butland
Verlag: Droemer-Knaur Verlag

Seiten: 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 02.10.2017



Inhalt
Loveday ist ein introvertiertes Mädchen, dass sich mit ihren Tattoos und den schwarzgefärbten Haaren von den Menschen um sich herum abschottet. Ihre Arbeit in einem Bücher-Antiquariat und das Lesen erfüllen sie voll und ganz. Doch als Nathan plötzlich in ihr Leben tritt, mit seinen Poetry Slam Abenden und den Gedichten, wird Loveday mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, die sie so lange versucht hat zu verdrängen...

Meinung
Als ich das Buch zum ersten Mal im Internet entdeckte, hat mich der Titel und die Aufmachung mit den zwei Personen und den Büchern sofort angesprochen. Und als ich dann den Klappentext gelesen hatte, war ich Feuer und Flamme. 
Ich bin ein großer Fan von Poetry Slams und war gespannt, was mich in diesem Buch erwarten würde.
Die Protagonistin hat den außergewöhnlichen Namen Loveday und auch ihre Geschichte ist mehr als ungewöhnlich. Von der Vergangenheit gekennzeichnet ist zu einer Person geworden, die unsichtbar ist - oder zumindest davon ausgeht, es zu sein.
Doch der Leser lernt sie wirklich kennen. 
Man taucht ein in ihre Gedankenwelt und wie bei einem Puzzle fügt sich ein Stück nach dem anderen zusammen, bis man das Gefühl hat, Loveday wahrhaftig zu verstehen.
Man begleitet sie auf ihrem Weg, die Schatten ihrer Kindheit zu bekämpfen, um endlich nach vorne schauen zu können. Um die Welt um sich herum so wahrzunehmen, wie sie es verdient hat.
Man gewinnt Loveday lieb und besonders Buchverrückte fressen einen Narren an ihr.


"Archie meint, dass Bücher die besten Geliebten sind und die anspruchsvollsten Freunde. Er hat Recht, aber auch ich habe Recht: Bücher können echten Schmerz zufügen."

Jeder, der Bücher und Worte liebt, weiß diese Geschichte zu schätzen und erkennt sich selbst in ihr wieder. 
Die Kapitel sind aufgeteilt in verschiedene Genre, je nachdem, welcher Abschnitt aus Lovedays Leben darin eine Rolle spielt. Lyrik, Geschichte, Krimi,...ihr Leben ist voll davon
Ihre Tattoos sind einfach genial: Erste Sätze aus Büchern, die ihr etwas bedeuten und ein Teil von ihr sind.
Die Autorin schreibt tiefgründig und direkt, sowie ich mir Loveday auch vorstelle. 


"Es geht nicht darum, ob du fällst, sondern darum, wie viele Menschen da sind, die dich aufheben, dein Knie verarzten, dich auf dem Sofa zudecken und mit Kakao und Büchern versorgen, bis es dir wieder besser geht."

Das Antiquariat, in dem Loveday mit dem einzigartigen Archie arbeitet, steckt voller Geborgenheit.
Archie ist sowieso eine Nummer für sich, der diesem Buch Leben einhaucht, mit seinen verrückten Erzählungen und seiner liebenswürdigen Art.
Und als auch noch Nathan in Lovedays Leben tritt, bekommt die Geschichte ihren ganz eigenen Zauber.
Die Gedichte der Poetry Slam Abende stehen gar nicht so im Mittelpunkt, wie ich es erwartet habe und haben dem ganzen trotz allem die besondere Note gegeben.

Fazit
Insgesamt hat Stephanie Butland ein ungewöhnliches Buch geschrieben und mit sanften Worten ein sehr ernstes Thema zur Sprache gebracht, welches mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.
Ich muss sagen, dass mich das Buch nicht vom Hocker gerissen hat, dafür gab es inhaltlich und auch durch den Schreibstil einfach ein paar Punkte, die mich zwar nicht wirklich gestört haben aber dem Buch das gewisse Etwas für ein Wow-Buch genommen haben..
Ich denke, ihr wisst was ich damit meine ;)
Aber ich habe es sehr gerne gelesen und würde es Buchliebhabern jederzeit empfehlen. ♥ 
Allein um die einzigartigen Charaktere kennenzulernen, lohnt es sich! 

"Das nächste Mal, wenn du etwas vergisst, hat vielleicht ein ganz und gar neues Abenteuer begonnen."


Ich danke dem Droemer-Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar.

Eure Samira 🌟